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Früherkennung

Es gibt eine Reihe von Untersuchungsmethoden, die ein Arzt zur Darmkrebsfrüherkennung einsetzen kann.

Untersuchungsmethoden:

  • Darmspiegelung (Koloskopie)
  • Papierstreifentest (Okkultblut-Test) 
  • Fingeruntersuchung des letzten Darmabschnitts (Digitale Exploration)
  • Röntgenuntersuchung (Kolonkontrasteinlauf)
  • Ultraschallaufnahmen (Sonographie) 
  • Kernspintomographie (MRT)
  • Computertomographie (CT)

Die zwei am häufigsten eingesetzten Methoden sind die Darmspiegelung und der Papierstreifentest.

Die Darmspiegelung (Koloskopie):

Vorteile

Die Darmspiegelung (Koloskopie) durch den Spezialisten ist das beste und sicherste Vorsorgeinstrument. Sie ermöglicht nicht nur eine umfassende Diagnose, sondern bietet gleichzeitig Therapiemöglichkeiten, wie zum Beispiel das Abtragen von Polypen (mögliche Vorstufen von Darmkrebs) oder die Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) für weitere Laboruntersuchungen. Eine Darmspiegelung ist risikoarm und lässt sich im Allgemeinen schmerzfrei durchführen.

Durchführung

Ein sauberer Darm ist die Voraussetzung für eine sichere Diagnose. So kann der Arzt auch kleinste Veränderungen der Darmschleimhaut feststellen. Zur Darmreinigung gibt es spezielle Trinkspüllösungen. Diese wirken abführend und werden in der Regel am Tag vor der Untersuchung eingenommen. Ein Einlauf, kurz vor der Untersuchung, ist nur dann notwendig, wenn der Darm nicht restlos entleert ist. Hier kommt es also auf die gute Vorbereitung und Mitarbeit des Patienten an.
Die Darmspiegelung selbst dauert in der Regel nur ca. 15 Minuten. Hierbei wird der leere Darm mit einem dünnen flexiblen Schlauchsystem, welches mit einer hochempfindlichen Videokamera ausgerüstet ist, untersucht. Wird bei der Untersuchung ein bereits vorliegender Darmkrebs gefunden, kann unmittelbar die geeignete Behandlung eingeleitet werden.
Bei Verwachsungen im Bauchraum (z. B. Knickbildung im Darm) lässt sich durch geeignete Medikamente Schmerzfreiheit herstellen. Vorsorgedarmspiegelungen dürfen nur von bestimmten Ärzten durchgeführt werden. Um dafür von den Kassenärztlichen Vereinigungen "zugelassen" zu werden, muss ein Arzt mindestens 200 solcher Untersuchungen im Jahr durchführen. Zusätzlich muss sich eine Praxis jährlich weiteren Kontrollen zur Qualitätssicherung insbesondere Hygienekontrollen unterziehen.

Risiken

Das Risiko einer Darmspiegelung kann eine Verletzung des Darms sein. Allerdings kommt das beim geübten Untersucher außerordentlich selten vor (ca. 1:10.000). Beim Abtragen von Polypen kann es zu einer Blutung kommen. Diese lässt sich im Allgemeinen sicher beherrschen und ist gleichermaßen selten. Im Vergleich zum Risiko ohne Früherkennung an Darmkrebs zu sterben, ist dies ein sehr kleines Risiko. Denn ab dem Alter von 55 Jahren beträgt das Risiko in den nächsten 25 Jahren an einem Darmkrebs zu sterben 1:33, also eine von 33 Personen stirbt daran.

Kosten

Ab dem 56. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Untersuchung. Ab dann kann man entweder zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren durchführen lassen oder alle zwei Jahre einen Papierstreifentest. In Verdachtsfällen, wie zum Beispiel einer erblichen Belastung oder aber Beschwerden wie Schmerzen, Blutarmut, Änderung der Stuhlgewohnheiten oder Blutungen werden die Kosten grundsätzlich von den Krankenkassen übernommen.


Wie dringlich ist die Darmspiegelung?

Zu welcher Gruppe gehören Sie?

Erfüllen Sie einen oder mehrere der aufgezählten Punkte?

Gruppe 1 (sehr dringlich)

  • Sie haben Blut im Stuhl
  • Sie bemerken Veränderungen der Darmfunktion
  • Stuhlverformungen ("Bandnudel, Kaffee-Bohne, Bleistiftstuhl")
  • Wechselnd Durchfall und Verstopfung
  • Tastbare Verhärtung im Bauchraum durch die Bauchdecke

Gruppe 2 (bei nächster Gelegenheit sollten Sie einen Termin vereinbaren)

  • Hatten Sie schon einmal Darmkrebs oder Dickdarmpolypen?
  • Hatte einer Ihrer näheren Verwandten Darmkrebs oder einen anderen Krebs
  • Hatten Sie eine andere bösartige Erkrankung?
  • Leiden Sie an einer chronisch entzündlichen Darmkrankheit (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)?

Gruppe 3 (irgendwann im Laufe des Jahres)

  • Haben Sie Übergewicht?
  • Haben Sie wenig körperliche Ertüchtigung? (sitzender Beruf, kein regelmäßiger Sport, Gymnastik, Wandern etc.)?
  • Essen Sie viel Fleisch und tierisches Fett?
  • Essen Sie wenig ballaststoff-reiche Kost (Salate, Gemüse und Obst)?
  • Konsumieren Sie Alkohol oder Nikotin?

Gruppe 4 (ab 45 Jahren)

Gehören Sie in keine der oben genannten Gruppen und haben auch keine Beschwerden sollten Sie Sich ab Mitte 40 etwa alle 8-10 Jahre einmal untersuchen lassen.

Stuhltests:

Herkömmliche Stuhltests

Herkömmliche Stuhlbluttests untersuchen den Stuhl auf okkultes (verstecktes) Blut und basieren auf einer Farbstoffreaktion. Blutspuren im Stuhl können jedoch unterschiedliche Ursachen haben. Deswegen kann man bei einem positiven Ergebnis (es wurde tatsächlich Blut im Stuhl nachgewiesen) nicht immer davon ausgehen, dass ein Darmkrebs vorliegt. Das Testergebnis kann unter anderem durch andere Blutungsquellen (zum Beispiel Hämorrhoiden) verfälscht werden. Weiterhin kann der Verzehr von gewissen Nahrungsmitteln wie Blutwurst, ein positives Ergebnis verursachen. Auch die Einnahme von manchen Medikamenten, wie Eisentabletten oder Vitamin C können das Testergebnis verfälschen. Deshalb ist vor der Durchführung eines solchen Tests immer eine Diät erforderlich.

Wichtig!!!

Ein negativer Test (kein Blutnachweis im Stuhl) bedeutet nicht automatisch, dass kein Darmkrebs vorliegt. Denn ein Tumor kann, muss aber nicht immer bluten. Man wiegt sich hier unter Umständen in falscher Sicherheit!

Kosten

Die Kosten für einen herkömmlichen Stuhlbluttest werden ab dem 51. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen. Bis zum 56. Lebensjahr hat man Anspruch auf die jährliche Durchführung eines solchen Tests. Ab dem 56. Lebensjahr nur noch alle zwei Jahre, es sei denn, man hat schon die Vorsorge-Darmspiegelung in Anspruch genommen.

Immunologische und enzymatische Stuhltests

Immunologische Stuhlbluttests suchen im Gegensatz zu den herkömmlichen Stuhlbluttests nur nach menschlichem Blut. Deshalb ist vor der Durchführung keine Diät erforderlich. Die Kosten für einen immunologischen Stuhlbluttest werden von den Krankenkassen grundsätzlich nicht übernommen. Diese belaufen sich auf ca. 15,- Euro.

Ein weiteres Verfahren zum Nachweis von Polypen und Darmtumoren ist die Bestimmung eines Schlüsselenzyms (Tumor M2-PK) im Stuhl, welches im Stoffwechsel von Polypen und Darmkrebs vorkommt. Dieser Test ist somit unabhängig von "Blut im Stuhl" und bedarf auch keiner zusätzlichen Diät. Auch hier werden die Kosten von ca. 30,- Euro nicht von den Krankenkassen übernommen.

Wenn bei einem der drei Stuhltests ein positives Ergebnis vorliegt, sollte in jedem Fall eine Darmspiegelung zur Abklärung durchgeführt werden. Im Allgemeinen gilt: Nur mit der Darmspiegelung hat man eine 100% Sicherheit.

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